Heilhypnose
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Heilhypnose

Die Hypnose ist seit über 4000 Jahren als Heilverfahren bekannt. Im 18. Jahrhundert wurde die Hypnose zu einer anerkannten Wissenschaft und ihr kam eine große Bedeutung zu. Doch schon bald darauf wurde sie mit Okkultismus, Spiritismus und romantischer Naturphilosophie zu einem wirren Komplex vereinigt, was sich in der Volksmeinung zum Teil noch bis heute hält und in vielen Kriminalfilmen und Psychothrillern zum Ausdruck kommt. Mit dem Aufblühen der Psychoanalyse durch Sigmund Freud verschwand die Hypnose für lange Zeit fast völlig aus der Medizin. Man kannte sie nur noch als Show- und Bühnenhypnose. Durch den Amerikaner Milton H. Erickson wurde eine neue Form der Heilhypnose geboren. Seine Schüler John Grinder und Richard Bandler sind über die Hypnose zu den Begründern einer neuen Therapie, der NLP (Neuro-Linguistische Programmierung) geworden. Seit Mitte der 70. Jahre dieses Jahrhunderts kommt die Hypnose langsam wieder nach Europa zurück und erfährt hier eine Renaissance.

Das Wort Hypnose wurde erstmals vom englischen Arzt Braid 1843 verwand und er entnahm es dem Griechischen in dem Hypnos Schlaf bedeutet. Trotz allem bestehen zwischen Hypnose und einem Schlafzustand grundlegende Unterschiede.

Hypnose kann man als einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsschärfe beschreiben, wobei zwischen dem Hypnotiseur und der zu behandelnden Person ein intensiver Kontakt besteht. Die Hypnose selbst wird über unterschiedliche Suggestionstechniken hergestellt. Die Heilhypnose, in der sich der Patient in einem leichten bis mittleren Trancezustand befindet, ist für die Therapie besonders geeignet. Hierbei wird eine vorübergehende Ruhigstellung und Entspannung - ähnlich der beim autogenen Training, nur viel intensiver - angestrebt und eine damit verbundene Bewusstseinserweiterung erreicht. Während der Heilhypnose treten die Umweltreize in den Hintergrund und das Unterbewusstsein konzentriert sich intensiv auf die vom Therapeuten gegebenen Suggestionen, Hinweise und Empfehlungen. Die tiefe Hypnose entspricht weitgehend dem Schlaf und hat lediglich als Heilschlaf einen therapeutischen Nutzen.

Die Heilhypnose hat die Aufgabe, die im Unbewussten eines Menschen verankerte negative Programmierung zu löschen und durch positive Elemente zu ersetzen. Wird dies erreicht, so ist nach kurzer Zeit die innere Ordnung und Harmonie wieder hergestellt und die Krankheitserscheinungen verschwinden. Die Heilhypnose stellt somit den einfachsten, kürzesten und ungefährlichsten Weg zur Stabilisierung des Menschen dar, und zwar ohne Medikamente und deren Risiken.

Welche Menschen sind hypnotisierbar?

Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass alle Menschen in eine Heilhypnose versetzt werden können, da Suggestibilität ein charakteristisches Merkmal des normalen Menschen ist. Die Bereitschaft zu Hypnose ist jedoch stark personen- und situationsabhängig. Erleichtert wird die Durchführung einer Hypnose, wenn durch entsprechende Motivation ein starker Wunsch besteht, in einen hypnotischen Zustand zu gelangen. Dabei spielen Leidensdruck, sowie bildhaftes Vorstellungsvermögen der zu behandelnden Personen eine ausschlaggebende Rolle. Zweifel an der Hypnosebehandlung kann den therapeutischen Erfolg manchmal erschweren, stellt jedoch keinen Hinderungsgrund dar. Bei Psychopathen, sehr stark dominanten Personen, Epileptikern und Psychotikern sowie Menschen mit bestimmten Weltanschauungen sollte weitgehend auf Hypnosetherapie verzichtet werden.

Indikationen zur Heilhypnose

Die Heilhypnose eignet sich in der Gesundheitsmedizin u.a. zur Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins, zur Motivationssteigerung, als Hilfe bei Entscheidungsfindung, zur Konfliktbewältigung, zum Aufbau sozialer Kontakte und zum Aufbrechen von Isolationen. Sie vermittelt den Menschen das Gefühl von Ruhe und Gelassenheit.

In der Schulmedizin wird sie derzeit noch immer als eine alternative Therapieform zur Psychotherapie und Psychoanalyse angesehen, wobei sie bei allen Formen von Ängsten angewendet werden kann - z.B. Angst beim Autofahren, Flugangst, Raumangst, Platzangst, Angst vor Tieren, Prüfungsangst, Lampenfieber usw., zur Überwindung depressiver Verstimmung, zur Stressbewältigung, bei Asthma, Allergien und Nervosität, gegen Nägelkauen, bei Bettnässern und beim Stottern, bei Impotenz, bei Ekel und Zwängen, bei Bluthochdruck, bei Bewegungsstörungen, bei Kopfschmerzen, Magersucht, zur Behandlung von Übergewicht, Alkoholismus und zur Raucherentwöhnung. Ferner lassen sich Schlafstörungen positiv beeinflussen, Tics beheben und Magenbeschwerden verbessern. In einigen Fällen eignet sie sich auch zur Behandlung von Schmerzzuständen und Verhaltensstörungen.

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