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Die Wirkungsweise der Akupunktur
Ein stechender Schmerz im Lendenbereich - "Hexenschuss". Wer kennt ihn nicht? Und nun schaffen ein paar Nadeln in der Hand das, was selbst Cortison-Injektionen nicht vermochten: Die Beschwerden verschwinden in wenigen Minuten. Wie ist das möglich?
Früher nahm man an, die Akupunktur wirke ähnlich wie eine Massage - sie lindere vorübergehend die Schmerzen durch Reizung von Schmerzzonen auf der Haut. Manche sahen in ihr eine Suggestionstherapie oder sprachen von Placebo-Effekt. Doch solche Erklärungsversuche sind unzureichend, denn die Akupunktur zeigt auch bei Tieren Wirkung.
Heute gibt es bereits fundierte Antworten auf die drei Kernfragen zur Wirkungsweise der Akupunktur:
· Wie entstehen Schmerzen?
· Wie kann Akupunktur Beschwerden lindern?
· Was geschieht bei einer Akupunkturbehandlung?
Wie entstehen Schmerzen?
Nach den Lehren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehen alle Krankheiten und Beschwerden auf eine Störung im Fluss der Lebensenergie Qi zurück: Qi fließt im Körper und ermöglicht sämtliche Funktionen - von der Atmung und Muskelbewegung über die Verdauung bis hin zur Infektabwehr. Wird dieser Energiestrom blockiert, kann es an bestimmten Stellen zu einem Zuviel oder Zuwenig an Qi kommen, und dies hat gesundheitliche Störungen - wie eben auch Schmerzen - zur Folge.
Dieses Phänomen lässt sich auch in der westlichen Medizin anhand physiologischer Vorgänge erklären: Wenn ein Mensch oder Tier Schmerz empfindet, werden so genannte Schmerzfühler (Nozizeptoren) im Gewebe erregt. Sie wandeln den Schmerz in elektrische Impulse um, die dann über Nervenfasern zum Rückenmark geleitet werden ("neuronale Übertragung"). Dort wirken sie auf bestimmte, im hinteren Bereich des Rückenmarks gelegene Zellen ("Hinterhornneurone") ein. Über lange Nervenfasern des Rückenmarks wird die elektrische Botschaft zum Zwischenhirn und von dort zum Großhirn geleitet. Angriffspunkte zur Dämpfung der Schmerzübertragung sitzen grundsätzlich an den Schaltstellen zwischen den Nervenfasern - den so genannten Synapsen -, und zwar entweder vor (präsynaptisch), direkt bei oder hinter der Schaltstelle (postsynaptisch).
Jede der drei genannten "Stationen" der Schmerzübertragung hat eine eigene Aufgabe: Im Rückenmark kann der Schmerz verändert oder gar blockiert werden; im Zwischenhirn wird er individuell und emotional bewertet (z.B., ist es ein harmloser Stoß oder ein Bruch?); im Großhirn schließlich wird der Schmerz genau lokalisiert.
Wie kann Akupunktur Beschwerden lindern?
Nach der chinesischen Lehre fließt die Lebensenergie Qi in definierten Energiebahnen - den so genannten Meridianen - durch den Körper. Auf den Meridianen befinden sich die Akupunkturpunkte, durch deren Reizung man den Energiefluss regulieren kann: Ein Zuviel an Energie wird gedämpft, ein Mangel behoben, Blockaden werden gelöst.
Der Arzt reizt mit der Akupunkturnadel genau den Punkt, der über Meridiane mit der erkrankten oder schmerzenden Körperstelle verbunden ist. Der Reiz löst Impulse aus, die wiederum über die (durch Synapsen verbundenen) Nervenfasern an die Hinterhornneurone weitergeleitet werden und deren elektrische Erregbarkeit reduzieren oder sogar blockieren und damit das Schmerzempfinden beeinflussen.
Die nun ablaufenden Mechanismen lassen sich heute zumindest für die Schmerzbehandlung wissenschaftlich beschreiben (und für andere Anwendungen der Akupunktur dürften sie ähnlich aussehen). Nach einschlägigen Studien spielt jede der drei "Stationen" der Schmerzübertragung auch bei der Dämpfung des Schmerzes durch Akupunktur eine ganz spezielle Rolle:
· Im Rückenmark werden die Endorphine (hier: Enkephalin und Dynorphin) ausgeschüttet, welche die Schmerzweiterleitung präsynaptisch - also vor der Schaltstelle zwischen den Nervenfasern - unterdrücken.
· Im Mittelhirn werden die Monoamine Serotonin und Noradrenalin freigesetzt. Sie bewirken eine prä- wie auch eine postsynaptische Hemmung der Schmerzweiterleitung.
· Im Zwischenhirn (Hypothalamus-Hypophysen-Komplex) werden ebenfalls Endorphine sowie ACTH - eine Vorstufe des Cortisol - ausgeschüttet. Das ACTH wird zur Nebennierenrinde transportiert und löst dort wiederum die Ausschüttung von Cortisol aus.
Je nachdem, wie die Akupunkturnadeln nach dem Setzen stimuliert werden, kann der Arzt auch die einzelnen Wirkweisen gezielt beeinflussen.
Auf diese Weise wirken zwei Mechanismen parallel: Zum einen wird die ursprüngliche Schmerzinformation an das Gehirn ganz oder teilweise unterdrückt; zum anderen hat die Ausschüttung der körpereigenen Hormone und Substanzen eine Schmerz lindernde, beruhigende und immunstimulierende Funktion. Letzteres mag erklären, warum auch Entzündungen, vegetative Störungen und Allergien erfolgreich mit Akupunktur behandelt werden können - und das ohne Nebenwirkungen.
Was geschieht bei einer Akupunkturbehandung?
Bei einer Akupunktursitzung liegt der Patient entspannt auf einer Liege. Nach Erhebung der Krankengeschichte bestimmt der Arzt die relevanten Akupunkturpunkte. Dort wird die Akupunkturnadel gesetzt und gegebenenfalls zusätzlich stimuliert.
Der Einstich selbst ist fast schmerzfrei. Häufig ist er gefolgt von einem leichten Schwere-, Wärme- oder Druckgefühl, in Einzelfällen auch einem leichten Gefühl der "Elektrisierung". Nach einigen Minuten entspannt sich der Körper, Arme und Beine fühlen sich schwerer an. Viele Patienten berichten über ein "Gefühl des Fließens" im Körper - zunächst im Kopf und Brustkorb, dann auch in den unteren Körperregionen -, das von einer Sitzung zur anderen stärker empfunden wird. Diese Empfindungen interpretieren die Chinesen als Ausdruck des Qi-Flusses.
Die Behandlungsfelder der Akupunktur
Die Akupunktur ist heute in der Medizin als Therapieform weitgehend anerkannt. Ihre Wirksamkeit wird auch von kritischen Geistern nicht mehr bestritten. Eine internationale Expertenkommission hat im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Liste von Krankheitsbildern veröffentlicht, für welche die Behandlung mit Akupunktur empfohlen wird. Aus dieser Liste, die insgesamt mehr als 40 Krankheitsbilder umfasst, sollen hier nur die wichtigsten genannt werden:
· Allergien
· Migräne
· Hexenschuss
· Ischialgien
· rheumatische Beschwerden
· Schulter-Arm-Syndrom
· Zahnschmerzen
· Heuschnupfen
· chronischer Schnupfen
· chronischer Husten
· akute Bronchitis
· Bronchialasthma
· Menstruationskopfschmerz
· Fertilitätsstörung bei Frauen
Auch der bei Einleitung der Sanften Geburt und bei der Entgiftungstherapie wird die Akupunktur zumindest als begleitende Maßnahme empfohlen.
Was ist Ohrakupunktur ?
Die Ohroberfläche bildet eine Reflexzone, auf der alle Organe des Körpers abgebildet sind.
Die Untersuchung der Ohrreflexzonen erlaubt eine genaue Aussage darüber, wo Schmerzen bestehen oder welche Organe des Körpers bei unklaren Beschwerden betroffen sind.
Außerdem kann man weitere Störungen im Körper ausfindig machen, die einen Heilungsprozess verzögern oder sogar ganz verhindern können. Dies sind die sogenannten Störherde, die auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen nichts zu tun haben und von denen der Patient oftmals nichts merkt. Diese Herde können jedoch so negativ auf den Körper wirken, dass er eher bereit ist zu erkranken. Auch eine schon bestehende Krankheit wird daran "gehindert", auf die üblichen Therapien zu reagieren. Dem Körper gelingt es nicht, die Krankheit zu überwinden.
Solche Herde können zum Beispiel sein: tote oder eitrige Zähne, chronisch entzündete Kieferhöhlen, entzündete Mandeln und alle sonstigen Entzündungen. Außerdem kann jede Narbe zum Störherd werden.
Die Untersuchung erfolgt durch Messung von Spannungsdifferenzen an der Ohroberfläche. Dabei werden die einzelnen Punkte der Organe auf elektrische Veränderungen geprüft. Die Ohrmuschel ist sozusagen ein körpereigenes Diagnosezentrum, weil die Korrespondenzpunkte von Körperteilen und Organen am Ohr nur dann nachweisbar werden, wenn an der fraglichen Stelle eine Störung vorliegt. Ist also auf der Ohrmuschel z.B. der Leberpunkt elektrisch verändert, dann bedeutet dies eine Störung im Bereich der Leber.
Ohrakupunktur ist wegen der kurzen Reflexwege besonders wirksam. Die Behandlung geschieht durch Stechen von Nadeln in die notwendigen Punkte am Ohr, gegebenenfalls zusätzlich am Körper.
Alle Reize oder Signale, die durch Ohr-Akupunktur ausgelöst werden, gelangen über das Zwischenhirn zu den zugehörigen Körperteilen, die diese Kommandos, eben weil sie vom Gehirn kommen, strikt befolgen. Die Ohr-Akupunktur bedient sich also stets der Steuerzentrale des Menschen, des Gehirns. Aufgrund der kurzen Reflexwege zwischen der Ohrmuschel und den Schmerzzentren des Gehirns ist die Ohrakupunktur nach Ansicht chinesischer, russischer und deutscher Forscher besonders wirksam bei Schmerzzuständen.
Welche Krankheiten sind mit Akupunktur heilbar?
Wichtig für Sie:
Akupunktur ist für viele Leiden des täglichen Lebens geeignet.
Behandelt werden können durch Ohr- bzw. durch Klassische Chinesische Akupunktur vor allem Erkrankungen, die auf eine gestörte Organfunktion zurückzuführen sind.
Nach unseren Erfahrungen kann man mit sehr gutem Erfolg die Akupunktur auch einsetzen bei:
- Anästhesie
- Beruhigung zur Narkosevorbereitung
- Einsparung von Narkosemitteln
- Reduzierung des postoperativen Erbrechens
- Schmerzen nach Operationen
Augenerkrankungen
- Allergien
- Entzündungen:
* Augenlid, Bindehaut, Netzhaut,
* Regenbogenhaut
- Fehlsichtigkeiten, Sehschwächen (unterstützend)
- Grüner Star
- Trockenes Auge
Bronchial- und Lungenerkrankungen
- Allergien
- Asthma
- Erkrankungen des Bronchialsystems
- Lungenentzündung (besonders deren Folgen)
- Pseudokrupp
Gynäkologische Erkrankungen
- Brüste, Eierstock, Eileiter, Gebärmutter
- Entzündungen:
- Migräne (hormonell bedingt)
- Reizblase
- Schwangerschaft/Geburt:
* Schwangerschaftsbeschwerden (Essstörungen, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen),
* Nikotinentwöhnung in der Schwangerschaft, Beeinflussung von pathologischen Kindslagen (z.B. Beckenendlage),
* Geburtsvorbereitung, -einleitung, -erleichterung, Milchbildungsstörung,
* Schmerzen durch Hämorrhoiden,
* Dammschnitt, Kaiserschnitt, Nachwehen
- Störungen:
* Fruchtbarkeit, Libido,
* Menstruation (Regulation, Schmerzen), Wechseljahre/Menopause
Hauterkrankungen
- Akne
- Allergien
- Ekzeme
- Geschwüre
- Herpes
- Neurodermitis
- Schuppenflechte
- Wunden (schlecht heilende)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Blutdruckstörungen
- Durchblutungsstörungen
- Funktionelle Herzerkrankungen
- Herzrhythmusstörungen
HNO-Erkrankungen
- Allergien, z.B. Heuschnupfen
- Abwehrschwächen:
* Chronische Entzündungen (Mandeln,
* Mittelohr, Nasennebenhöhlen), Erkältungen
- Geruchs- und Geschmacksstörungen
- Gesichtsnervenlähmung (Facialisparese u.a.)
- Hörsturz/Tinnitus
- Luftröhrenerkrankungen
- Morbus Menière
- Mund- und Rachentrockenheit
- Reisekrankheit
- Schwerhörigkeit
- Schwindel
- Speicheldrüsenerkrankungen
- Sprachentwicklungsstörungen
- Stimm- und Sprachstörungen
Kinderkrankheiten
- Allergien
- Asthma
- Ekzeme, Neurodermitis
- Epilepsie/Krampfleiden
- Entwicklungsstörungen:
* Bettnässen, Legasthenie, Stottern,
* Hyperaktivität,
* Konzentrationsstörungen
- Infektanfälligkeit/Entzündungen:
* Schnupfen, Husten, Mandeln,
* Nasennebenhöhlen, Ohren, Blase
- Pseudokrupp
- Schlafstörungen
Magen-Darm-Erkrankungen
- Aufstoßen, Schluckauf, Sodbrennen
- Durchfall
- Erbrechen, Übelkeit
- Gallenblasen-, Gallenwegsentzündungen
- Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis)
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
- Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
- Säuremangel
- Verstopfung
Neurologische Erkrankungen
- Empfindungsstörungen
- Folgen der Kinderlähmung
- Facialisparese
- Kopfschmerzen, Migräne
- Krampfleiden/Epilepsie
- Lähmungen (nach Schlaganfall)
- Neuralgien
- Phantomschmerz
- Polyneuropathie
- Schmerzen (z.B. nach Gürtelrose)
- Tinnitus
- Trigeminusneuralgie
- Vegetative Funktionsstörungen
Orthopädische Erkrankungen
- Beschwerden/Entzündungen/Schmerzen: Gelenke (akut und chronisch), Muskeln (Verspannungen), Sehnen und Bänder
- Fibromyalgie
- Karpaltunnelsyndrom
- Rheuma
- Sudeck’sche Erkrankung
- Tietze-Syndrom
- Überbein
- Wirbelsäule:
* Skoliose, Schiefhals
* Bandscheiben, Nervenwurzelreizung
* Morbus Bechterew
Psychische Erkrankungen
- Depressive Verstimmungen
- Erschöpfungszustände
- Essstörungen: Magersucht, Bulimie, Übergewicht
- Psychovegetative und psychosomatische Erkrankungen
- Schlafstörungen
- Suchtbehandlung: Alkohol, Drogen, Nikotin, Tabletten
- Unruhezustände
Urologische und nephrologische Erkrankungen
- Bettnässen
- Entzündungen: Blase, Nieren, Nierenbecken, Prostata
- Harninkontinenz
- Impotenz
- Reizblase
- Schmerzen durch Nieren- / Harnleitersteine
Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen
- Amalgamsanierung
- Empfindliche Zähne
- Geschmacksstörungen
- Herpes, Aphten
- Kiefergelenks-Fehlfunktionen: Ausstrahlende Schmerzen, Zähneknirschen
- Parodontose, Zahnfleischentzündungen
- Prothesenunverträglichkeit
- Würgereiz bei Zahnbehandlung
- Zahnschmerz
Sonstige Indikationen
- Kollaps (unterstützend)
- Schmerzen durch Tumorerkrankungen
- Schockzustand (unterstützend)
- Störungen der Immunabwehr
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